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Harzballerina wird Digital

Für einen Kunden muss eine Harzballerina 996001 (LGB 22801 Dampflok BR 99 der DRG) mit Sound und gepulsten Verdampfer ausgerüstet werden. Da sich in der Lok noch gute alte analoge LGB Elektronik befand, war die Herausforderung überschaubar. Einfach formuliert: man muss nur die Alte ausbauen und die Neue verdrahten. Da der bestehende Rauchentwickler zwar nett ist, aber weder die Leistung noch eine ordentliche Ölreserver vorhält, soll zusätzlich noch ein gepulster Verdampfer eingebaut werden. Als I-Tüpferl soll ein Pufferspeicher hervorragende Fahreigenschaften sorgen.

Als Material wird für den Umbau folgendes benötigt:

  • Massoth Rundkesselverdampfer 8415001
  • Massoth emotionLS-Decoder 8211100
  • Massoth Lautsprecher 8241010
  • Massoth Pufferspeicher 8151601
  • MiniCT Anschlusskabel

Entfernt man die komplette alte Elektronik, muss man auf der Rückseite mit Licht und Stromausgang für Wagenbeleuchtung ganz schon basteln. Einfach ist, hier die bestehende Platine wieder zu verwenden und die 4 Ausgänge so umzulöten, dass zwei Kabel für das Rücklicht und 2 für die Steckdose verwendet wird. Schaut man sich die Verbindungen an, sieht man schnell, dass das mit wenig Aufwand realisiert werden kann. Neben zwei Unterbrechungen müssen nur zwei Überbrückungen gelötet werden.
Nun kann man die Platine wieder passend einbauen und muss sich keine Gedanken und Lampenhalterung etc. machen. Ausserdem ist das vorhandene Kabelband ideal, um die Anschlüsse nach vorne zu legen

anschließen der Elektronik

Für den Einbau des Decoders – hier ein Massoth LS – ist es hilfreich, das Bleigewicht zu isolieren. Hier wurde einfach eine dünne Polysterolplatte aufgeschraubt. Der Anschluss an den Motor funktioniert dank den 4 vorhanden Stiften Problemlos. Ein aufwendiger Motorumbau ist daher nicht notwendig (man achte auf das D am Getriebekasten 😉 ).
Um den Verdampfer bei Bedarf abklemmen und ausbauen zu können, wurde an die Gleis +/- -Verbindung mit Wago-Klemmen eine Trennstelle eingebaut- Somit kann der Verdampfer oder Decoder bequem abgeklemmt werden, was sich bei einer nachträglichen Programmierung als hilfreich erweist. Der Lautsprecher lässt sich gut hinter der Kesselöffnung positionieren. Da hier die alte Elektronik incl. dem Schalter entfernt wurden, ist aussreichend Platz.
Alle Komponenten wurden mit Heißkleber fixiert.

Der Rundkesselverdampfer kann ebenfalls bequem eingesetzt werden. Auch hier dient eine kleine Polysterolplatte als Halterung, die zunächst am Rahmen festgeschraubt wird.

Achtung: die breite sollte natürlich innerhalb des Kessels bleiben. Ebenso ist eine Aussparung für den Ventilator vorzusehen, damit dieser genug Luft bekommt.

Durch die lokere Bauweise an der Stelle kann auch leicht der Zylinderdampf nach unten gelegt werden. Hier sind lediglich zwei kleine Bohrungen nötig. Die Schläuche mussen auf die entsprechende Länge zugeschnitten werden und am oberen Ende zum Schornstein empfiehlt sich, das Endstück mit einem größern Stück zu verstärken, damit dies auch gut hält. Damit man nicht das Getriebe umbauen muss, kann bequem der Taktgeber vom Decoder verwendet werden. Für den Anschluss sind zwei Mini-CT-Kabel miteinander zu verlöten und dann können diese entsprechend der Anleitung am Verdampfer und Decoder eingesteckt werden

Anordnung im schmalen Kessel – Massoth Rundkesselverdampfer, eMotion LS-Decoder mit Lautsprecher und Pufferspeicher.

Nachdem auch alle Lampen mit neuen und längern Kabeln versehen sind, können alle restlichen Funktions- und Lichtausgänge angeschlossen werden. Wichtig: je Lampenleistung müssen die Ausgänge am Decoder entsprechend gedimmt werden! Für einen mögliche Revision empfiehlt es sich, alle Verbindungn mit MiniCT-Steckern anschzuschließen. Entsprechende Ausgänge sind am Decoder genug vorhanden. Lediglich der Pufferspeicher muss angelötet werden.

Ist alles verdrahtet, kann die Lok zusammenbebaut werden. Ein vorheriger Test sollte aber dringend durchgeführt werden. Gerade die Dampfintensität kann man jetzt noch gut durch Programmierung des Verdampfers justieren.

Da die Kesselklappe vorne zum öffenen ist, kann dieser „Eingang“ nach dem Zusammenbauen genutzt werden, um die Position des Dampschlauches zu prüfen.

Funktionstest – erfolgreich.

Stainz nicht gleich Stainz – ein Digitaltisierungsmarathon

Wer kennt sie nicht, die Logo-Lok von LGB: eine Stainz. Im Zuge eines Digitalisierungsauftrags durfte ich mehrere Stainz digitalisieren. Die wesentlichen Arbeiten, nämlich

  • Motor und Stromabnahme separat verkabeln
  • einen Massoth eMOTION L Dekoder in den Kessel einsetzen
  • Rauchgenerator, Licht vorne und hinten, sowie innen verkabeln und anschließen

waren bei allen Loks ähnlich zu erledigen und doch war jede Lok durch die unterschiedlichsten Baureihen individuell. Von der Verschraubung des Gehäuses, den „Innereien“ des Motorblocks bis hin zur Verkabelung hieß es: 4 Loks – 4 unterschiedliche Bauweisen. Wer also meint, er weiß, wie eine Stainz umzubauen ist, sollte sich die Frage stellen: welche Version 😉

Umbauberichte zu einer Stainzlok gibt es ja im www viele zu finden, daher brauche ich nicht alles aufführen. Die sympatischste Umbauvariante war mir die der grünen LGB 20201.  Diese hatte schon „drei“ Stiftausgänge am Motorblock, was die Sache deutlich vereinfachte.

Der Rauchgenerartor ist hier auch gleich am Motorblock angeschlossen.

Die Metallstangen für die Stromabnahme gekürzt, ein Stift extra als vierten Ausgang gesetzt und vom Motor getrennt, sowie Kabel für den Rauchgenerator gelegt, ist der Motorblock schnell umgebaut.

Im Deckel muss noch das passende Loch für den vierten Stift gebohrt werden. Die Kabel für den Rauchgenerator können durch die bestehenden Öffnungen gelegt werden.

Der Decoder bekommt – wie bei allen anderen auch – einen kuschligen Platz im Kessel. Das Bleigewicht sollte man dabei umbedingt isolieren!

Damit die Kabel vom Decoder auch zum Motor gelegt werden können, muss die Kesselblende, die von der Innenseite des Führstandes auf den Kessel gesetzt ist, auf der Unterseite noch eingeschnitten werden.

Nun kann das Gehäuse wieder zusammenmontiert werden und die entsprechenden Anschlusskabel gehen richtung Motorblock. Zusätzliche Anschlusskabel für Rücklicht, Innenbeleuchtung bzw. Rauchgeneratoranschluss können von hier nach hinten in das Führerhaus gelegt werden.

Spannend ist die Endmontage. Bei zuviel Kabellänge zwickt es gerne mal beim Zusammenschieben von Gehäuse und Motorblock.

Zuletzt müssen noch die Kabel für die Beleuchtung im Führerstand angeschlossen werden. Die Kabel für den Rauchgenerator habe ich ebenfalls erst im Führerstand verbunden und zusätzlich eine Kontrolllampe angeschlossen. So ist leicht ersichtlich, ob der Rauch an oder aus ist.

Mallet-Tuning

Aus dem LGB-Set 70685 (Orient-Express) hat mir die Mallet im Analogbetrieb gute Dienste geleistet. Für die Übernahme in den Digitalbetrieb habe ich diese vor einigen Jahren mit einem Massoth-XL-Decoder nachträglich digitalisieren lassen. Doch nun lassen die Fahreigenschaften wegen schlechten Kontakten nach, der Sound lässt sich nicht individell steuern und der Dampf funktioniert auch nicht mehr. Daher habe ich mich entschlossen, diese neu zu digitalisieren.

Zunächst gehört die alte Elektronik entfernt.

Ursprungszustand mit XL Fahrdecoder

Die alte Elektronik wird entfernt.

Die Gretchenfrage: welcher Dekoder? Da ich noch einen XLS-Onboarddecoder zur Verfügung habe, verwende ich diesen. Das hat den Vorteil, dass ich zumindest für Motor/Strom und den Betriebsschalter die bestehenden Kabel mit dem Stecker weiter verwenden kann. Für die Beleuchtung, Reed, Taktgeber passen die alten Stecker leider nicht. Hier muss gekappt und neue Stecker angelötet werden. Aber wo ein Nachteil ist, ist meist auch ein Vorteil: jetzt hab ich endlich Kabel, die lang genug sind!!

Steckerumbau

Neben dem neuen Decoder verbaue ich auch einen Rundkesselverdampfer von Massoth. Allerdings habe ich die Zylinderdampfmöglichkeit nicht realisiert. Die Dampfeinheit lässt sich von vorne schön in den Kessel schieben, sofern man alles auf einer Plastikplatte fixiert, die genau auf die vorhandenen Laufschienen passt. Wichtig ist, dass der Lüfter auf der Unterseite des Verdampfers frei bleibt. Mit der entsprechenden Länge bzw. Einkerbung kann die Platte so gelegt werden, dass diese auch nicht zu weit nach hinten rutschen kann.

Verdampfer

Um eine sichere Fahreigenschaft zu garantieren, wird auch ein Pufferspeicher verbaut. Und als Spielerei: eine Beleuchtung der Drehgestelle. Alles angeschlossen, wird es dann schon wieder etwas voller:

Fertig verkabelt

Die Anschlüsse für die Drehgestellbeleuchtung habe ich mit einer Wago-Klemme zusammengefasst bzw. geordnet. Diese mit Heißkleber fixiert (ebenso den Pufferspeicher) bietet eine saubere seitliche Begrenzung, so dass es keine Probleme beim Aufsetzen des Gehäuses gibt. Der Schalter, der Standardmäßig bei einem Pufferspeicher mitgeliert wird, habe ich für eine Deaktivierungsmöglichkeit des Verdampfers verwendet und in dem alten Lautstärkereglerausgangs am Kessel verbaut. Damit kann bei einer späteren Programmierung des XLS-Decoders der Verdampfer „abgeklemmt“ werden. Man weiß ja nie…

Erste Teste sind erfolgreich und auch die neue Beleuchtung wirkt:

Beleuchtete Drehgestelle

Nun fehlt noch die abschließende Decoderprogrammierung und einer Probefahrt steht nichts mehr im Wege.